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Donnerstag, 18.11.2010 , 18:00

Festveranstaltung

zum 90-jährigen Bestehen der Vorläufergesellschaften „Geographische Gesellschaft für das Ruhrgebiet, Essen e.V.“ und „Geologische Gesellschaft Essen e.V.“

Vortrag: "Metropolis Reconsidered"
Alptraum und Angstraum der amerikanischen Großstadt– und was Europa daraus lernen kann

Referent
Prof. Dr. Werner G a m e r i t h, Universität Passau

Veranstaltungsort
Haus der Technik, Essen, Anfahrt

 Fritz Langs Meisterwerk "Metropolis" (1927) hat Angstträumen und Angsträumen in der Metropole der Moderne ein erstes monumentales filmisches Angesicht verliehen. Doch diese von amerikanischen Bildern gespeiste Kritik, die Kassandrarufe, die vor einer entmenschlichten, übertechnisierten und von der Natur abgehobenen Groß­stadt warnten, entstammt einer europäischen Grundstimmung, die mit dem sprich­wörtlichen amerikanischen Optimismus, dem "Höher", "Größer", "Schneller", geogra­phisch kurz gefasst der Devise "Go West", nur wenig zu tun hat. In den USA hinge­gen glitzerte die Metropole, und nicht zuletzt Hollywood hatte an dieser Glorifizierung entscheidenden Anteil. Doch der Alltag sprach mit der Massenflucht aus der Groß­stadt und der scheinbar grenzenlosen Suburbanisierung jenseits aller konventio­nel­len Stadtvorstellungen schon lange eine andere Sprache.

 

Der Vortrag wird diese Interpretationen der amerikanischen Metropole anhand eini­ger kulturgeographischer Beispiele illustrieren und zeigen, wie sehr die Ikone der fun­kelnden Metropole einer ernüchternden Realität aus gesichtslosen Vorstädten und so­zial degradierten Stadtzentren gewichen ist. Diese Tristesse ist durch den Kollaps des Immobiliensektors weiter verstärkt worden. Es wird zu zeigen sein, welche Wege mitteleuropäische, vor allem deutsche Städte beschreiten sollten, um diesem ameri­ka­ni­schen Beispiel nicht zu folgen – und worin die Chancen liegen, dass die Metro­pole in Europa nicht zur "Metropolis" à la Lang wird.