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Protokolle der Mitgliederversammlung
zum 90-jährigen Bestehen der Vorläufergesellschaften „Geographische Gesellschaft für das Ruhrgebiet, Essen e.V.“ und „Geologische Gesellschaft Essen e.V.“
Referent
Prof. Dr. Werner G a m e r i t h, Universität Passau
Veranstaltungsort
Haus der Technik, Essen, Anfahrt
Fritz Langs Meisterwerk "Metropolis" (1927) hat Angstträumen und Angsträumen in der Metropole der Moderne ein erstes monumentales filmisches Angesicht verliehen. Doch diese von amerikanischen Bildern gespeiste Kritik, die Kassandrarufe, die vor einer entmenschlichten, übertechnisierten und von der Natur abgehobenen Großstadt warnten, entstammt einer europäischen Grundstimmung, die mit dem sprichwörtlichen amerikanischen Optimismus, dem "Höher", "Größer", "Schneller", geographisch kurz gefasst der Devise "Go West", nur wenig zu tun hat. In den USA hingegen glitzerte die Metropole, und nicht zuletzt Hollywood hatte an dieser Glorifizierung entscheidenden Anteil. Doch der Alltag sprach mit der Massenflucht aus der Großstadt und der scheinbar grenzenlosen Suburbanisierung jenseits aller konventionellen Stadtvorstellungen schon lange eine andere Sprache.
Der Vortrag wird diese Interpretationen der amerikanischen Metropole anhand einiger kulturgeographischer Beispiele illustrieren und zeigen, wie sehr die Ikone der funkelnden Metropole einer ernüchternden Realität aus gesichtslosen Vorstädten und sozial degradierten Stadtzentren gewichen ist. Diese Tristesse ist durch den Kollaps des Immobiliensektors weiter verstärkt worden. Es wird zu zeigen sein, welche Wege mitteleuropäische, vor allem deutsche Städte beschreiten sollten, um diesem amerikanischen Beispiel nicht zu folgen – und worin die Chancen liegen, dass die Metropole in Europa nicht zur "Metropolis" à la Lang wird.
