Referent: Prof. Dr. Dierk Hebbeln, MARUM, Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
Kaltwasserkorallen formen in den scheinbar lebensfeindlichen, lichtlosen Tiefen der Ozeane Riffe, die als Oasen der Tiefsee ihren tropischen Verwandten in Sachen Biodiversität sehr nahe kommen. Dabei machen kontinuierliche Neuentdeckungen gerade erst das Ausmaß der Verbreitung der Kaltwasserkorallen deutlich. Über geologische Zeiträume bauen die Kaltwasserkorallen bis zu mehrere hundert Meter hohe Hügel auf, die einzigartige geologische Archive bilden. Sie belegen u.a., wie sich die bevorzugten Lebensräume der Kaltwasserkorallen im Zuge der quartären Klimazyklen mehrfach über ganze Ozeanbecken verschoben haben. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Hügeln um die langgesuchten modernen Vertreter der paläozoischen und mesozoischen mud mounds/carbonate mounds.

Foto: Marum, Wikimedia Commons CC-BY-SA-4.0