Referent: Uni-Prof. Dr. Wilhelm Kuttler

Mitte Juli 2021 wurden Teile von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch Gebiete in Belgien, Frankreich und den Niederlanden von einem heftigen Unwetter heimgesucht, das Bäche und kleine Flüsse zu reißenden Strömen werden ließ. Das verursachende Starkregenband, das zu katastrophalen Überschwemmungen führte und in dessen Folge zahlreiche Menschenleben sowie erheblicher Sachschaden zu beklagen waren, wurde primär durch ein Tiefdruckgebiet ausgelöst. Aber auch lokale Faktoren, wie die Bodenbeschaffenheit, die Oberflächenformen sowie der Versiegelungsgrad, beeinflussten mehr oder weniger stark das Ausmaß dieser Katastrophe, die durch Sturzfluten und weiträumige Überschwemmungen gekennzeichnet war. In weniger als einem Tag fiel mit etwa 150 Litern pro Quadratmeter mehr Regen als im gesamten Monat Juli. Am Beispiel des Ahrtals in der Eifel geht der Vortrag der Frage nach, inwiefern das Schadensausmaß nicht nur durch die Wetterlage, sondern auch durch geomorphologische, pedologische und hydrologische Faktoren bestimmt wurde. Letztendlich wird auch zu klären sein, ob es sich um ein seltenes Ereignis handelt und welcher Anteil dem Klimawandel an dieser Überschwemmungskatastrophe beizumessen ist.

Foto: Martin Seifert, CC0, via Wikimedia Commons