Studienreise nach Litauen, Lettland und Estland

27. Juli 2018 – 07. August 2018

Die diesjährige Studienreise der EGGG führte in die baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland. An der Reise nahmen 14 Personen teil.

Die Reise führte zunächst nach Vilnius, Hauptstadt von Litauens und die mit ca. 600.000 Einwohnern größte Stadt des Landes. Vilnius besitzt die größte, von Kriegszerstörungen weitgehend verschonte historische Innenstadt in Osteuropa (UNESCO-Weltkulturerbe) und präsentiert sich dem Besucher als lebendige Stadt mit zahlreichen Kirchen, Klöstern und historischen Bauten aus verschiedenen Stilepochen, zurückgehend bis in die Zeit der Backsteingotik. Außerhalb der Innenstadt sind in der Nachkriegs- und Sowjetzeit große Wohngebiete entstanden. Von Vilnius führte die Reiseroute über Kaunas auf die kurische Nehrung. Die Direktorin des Nationalparks Kurische Nehrung, Ausra Feser, informierte in einem Vortrag über die Entstehung und Siedlungsgeschichte der kurischen Nehrung sowie über die auch an vielen anderen Orten bestehenden Konflikte zwischen Naturschutz und Tourismus. Trotz der starken Zunahme der Gästezahlen in den vergangenen Jahren ist es gelungen – so führte sie aus – den Massentourismus von der kurischen Nehrung fern zu halten und den Bau großer Hotelanlagen zu verhindern. Am Beispiel der Stadt Klaipeda (Memel), die im 2. Weltkrieg weitgehend zerstört und in den Nachkriegsjahren als sowjetische Musterstadt wieder aufgebaut wurde, wurden die Grundzüge der Stadtarchitektur der Sowjetzeit aufgezeigt. In den vergangenen Jahren sind in den Wohnsiedlungen große  und moderne  Einkaufszentren (Shopping Malls) entstanden. In der kleinen historischen Innenstadt von Klaipeda, die hauptsächlich von Touristen aufgesucht wird, erinnern nur wenige zum großen Teil wieder aufgebaute Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert an die deutsche Vergangenheit der Stadt.

Von Klaipeda führte die Reiseroute nach Riga, der Hauptstadt von Lettland. Riga war 1990 mit mehr als einer Million Einwohnern die größte Stadt im Baltikum und bis 1917 nach Moskau und St. Petersburg die drittgrößte Stadt des Zarenreichs. Seitdem hat die Stadt massiv an Einwohnern verloren. Die derzeitige Einwohnerzahl wird mit ca. 700.000 angegeben. Die Gründe für den Bevölkerungsrückgang  sind der Wegzug vieler russisch-stämmiger Bürger nach Russland nach 1990, der Rückgang der Geburtenzahlen sowie die Emigration zahlreicher Letten nach Westeuropa und in die USA in den vergangenen 20 Jahren. Hauptgrund der Emigration sind die sehr niedrigen Arbeitseinkommen in Lettland. Auch Litauen ist aus den v.g. Gründen von einem starken Rückgang der Bevölkerung betroffen. Im Rahmen einer ausführlichen Stadtführung wurde die Anlage der mittelalterlichen Stadt aufgezeigt, die von einem Gürtel gepflegter Parkanlagen umgeben ist. Die weiter außerhalb liegenden Stadtviertel, in denen früher nur Holzhäuser errichtet werden durften,  wurden ab 1890 mit großstädtischen Häusern bebaut. Auf diese Weise entstanden innerhalb von nur etwa 25 Jahren die heute weltberühmten Jugendstilviertel von Riga. Die nächste Station der Reise war die traditionsreiche Universitätsstadt Tartu (Dorpat) in Estland. Die Universität wurde 1632 von dem Schwedenkönig Gustav II Adolf gegründet. Bis 1918 waren überwiegend Professoren aus Deutschland und Österreich dort tätig. Die Unterrichtssprache war deutsch. Die Universität hat heute ca. 15.000 Studenten. Ein bedeutender Schwerpunkt der Forschung  liegt heute auf dem Gebiet der Molekularbiologie und Molekulargenetik und der Anwendung der Forschungsergebnisse in der Medizin. Díe nächste Station der Reise war der Laheema-Nationalpark im Norden von Estland mit Spaziergängen an der Ostsee-Küste und  durch die Moorgebiete des Nationalparks. Letzte Station der Reise war Tallinn, die Hauptstadt von Estland. Die Stadt weist einen sehr gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern auf.

Foto: Jugendstilbauten in Riga – Ulrich Ewers 2018


Auf der östlichen Seite der historischen Innenstadt sind in den letzten Jahren hypermoderne neue Stadtviertel entstanden. Weiter außerhalb befinden sich große Plattenbau-Viertel aus der Sowjetzeit. Da Tallinn direkt an der Ostsee liegt und von zahlreichen Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird, wird die historische Innenstadt zeitweise von Touristenmassen „überschwemmt“, die sich zumeist aber nur einige Stunden in der Stadt aufhalten. Ein Thema der ausführlichen Stadtführung durch einen in Tallinn lebenden deutschen Historiker war die Digitalisierung des Lebens in Estland. Das Land ist in dieser Hinsicht ein Pionier unter den europäischen Ländern und auch weltweit.

 

 

 

 Foto: Tallin – Ullrich Ewers 2018

Reiseablauf:

Fr, 27.07. 11.30 Uhr Shuttle-Bus von Essen Hbf. zum Flughafen Dortmund. Flug mit Wizzair von Dortmund nach Vilnius. Transfer zum Hotel und Bezug des Hotels in der Altstadt von Vilnius für drei Nächte. Gemeinsames Abendessen und Vorstellung der Teilnehmer. Anschließend gemeinsamer Spaziergang durch die abendlich erleuchtete historische Innenstadt von Vilnius, eine der größten vollständig erhaltenen historischen Innenstädte in Osteuropa.

Sa, 28.07. Führung durch die historische Innenstadt von Vilnius mit Informationen zur Stadtentwicklung. Nachmittags: Vortrag zur politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage Litauens.

So, 29.07. Einführungsvortrag: Vilnius – Zentrum des jüdischen Lebens in Osteuropa. Der Holocaust in Litauen. Der Widerstand gegen die Eingliederung Litauens in die Sowjetunion 1945 – 1955.
Besuch der Synagoge und des jüdischen Museums.
Nachmittags Gelegenheit zum Besuch des Genozid-Museums oder des Nationalmuseums im wieder aufgebauten Großfürsten-Palast.

Mo, 30.07. Fahrt durch die Wohnviertel aus der Sowjetzeit zur Wasserburg Trakai, dem mittelalterlichen Herrschaftssitz der Litauischen Großfürsten. Spaziergang um die Burganlage. Weiterfahrt nach Kaunas, der zweitgrößten Stadt Litauens. Informationen zur Stadtentwicklung und Rundgang durch die historische Innenstadt von Kaunas. Weiterfahrt zur Holocaust-Gedenkstätte am IX. Fort und nach Memel und Nida auf der Kurischen Nehrung (ca. 260 km). Hotelbezug für 2 Nächte in Nida.

Di, 31.07. Spaziergang durch Nida und auf die Große Düne mit Erläuterungen zur Entstehung und zur Siedlungsgeschichte der Kurischen Nehrung.
Am Nachmittag Gelegenheit zu einer Wanderung an die Ostsee (Hin- und Rückweg ca. 2 x 1 Stunde), zum Besuch des Thomas-Mann-Hauses und/oder der Bernstein-Galerie.

Mi, 01.08. Fahrt von Nida nach Klaipeda (früher: Memel). Kurzer Spaziergang durch die Altstadt und Fahrt durch die Wohnviertel aus der Sowjetzeit. Weiterfahrt nach Riga (ca. 300 km). Unterwegs Informationen über Lettland. Hotelbezug für 2 Nächte. Abendlicher Spaziergang durch die Innenstadt von Riga.

Do, 02.08. Führung durch die Innenstadt und durch Teile der berühmten Jugendstilviertel von Riga. Informationen zur Stadtgeschichte und zur Stadtgeographie von Riga.

Fr, 03.08. Fahrt zur Holocaust-Gedenkstätte im Wald von Bikerniki am Stadtrand von Riga. Anschließend Fahrt zur estnischen Universitätsstadt Tartu (Dorpat) (ca. 240 km). Unterwegs Informationen über Estland. Nachmittags: Stadtführung durch Tartu mit Besichtigung der Aula im historischen Universitätsgebäude und des Universitäts-museums auf dem Domberg. Hotelbezug für eine Nacht in Tartu.

Sa, 04.08. Fahrt zum Landgut Sagadi (ca. 135 km). Informationen zur Geschichte der Deutsch-balten. Nachmittags: Geführte Wanderung (ca. 3 Stunden) durch den Lahema Nationalpark. Hotelbezug im Hotel Sagadi für eine Nacht.

So, 05.08. Besichtigung des Herrenhauses des Landgutes Sagadi. Anschließend Fahrt durch die Großsiedlung Lasnamäe am östlichen Stadtrand von Tallinn zum historischen Stadtzentrum von Tallinn (ca. 75 km). Nachmittags: Stadtführung durch Tallinn (Unterstadt). Ausführliche Informationen zur Stadtgeschichte und zur Geschichte der Hanse. Hotelbezug für 2 Nächte in Tallinn. Abendlicher Spaziergang durch die historische Innenstadt von Tallinn.

Mo, 06.08. Stadtführung durch die Oberstadt von Tallinn. Informationen zur Digitalisierung des Alltags und des Lebens in Estland sowie zur Lage der russisch-stämmigen Bevölkerung in Estland. Nachmittags: Zeit zur freien Verfügung.

Di, 07.08. Rückflug nach Düsseldorf mit Air Baltic. Ankunft in Düsseldorf ca. 14.00 Uhr.

Leistungen:

• 11 Ü/F in ausgewählten, zentral gelegenen ***- und ****-Hotels
• Eine Mahlzeit pro Tag (3-Gänge-Menu) in ausgewählten guten Restaurants
• Bus-Transfer Essen-Hbf – Dortmund-Flughafen und Düsseldorf-Flughafen – Essen-Hbf
• Bustransfers in Litauen, Lettland und Estland
• Deutschsprachige Stadtführungen in Vilnius, Riga, Tartu und Tallinn
• Honorare für Referenten
• Eintrittsgelder

Preis (Übernachtungen und oben aufgeführte sonstige Leistungen ohne Flugkosten):

bei Übernachtung im DZ: 1620 Euro pro Person, EZ-Zuschlag: 300 Euro

Voraussichtlicher Preis der Tickets für die Flüge:
Dortmund – Vilnius und Tallinn – Düsseldorf: ca. 300 Euro

Maximale Teilnehmerzahl: 23 Personen

Reiseleitung: Prof. Dr. Ulrich Ewers

Reiseorganisation

:
UAB Meridijos Turai – Rasa Cigiene
Savanoriu Prospektas 407-1, LT- 49361 Kaunas (Litauen)
Telefon: 00370 686 40 568

Anmeldung : Bitte das beigefügte Anmeldungsformular bis spätestens 31. Januar 2018 senden an:

Prof. Dr. Ulrich Ewers, Graf-Luckner-Höhe 17, 45239 Essen,
Tel. 0177 4403491, Email: ulrich.ewers@live.de

Terminänderungen wegen Änderung der Flugtage von Wizzair in 2018 vorbehalten!

Wichtiger Hinweis: Bei der Exkursion handelt es sich um eine Veranstaltung einer Fachgesellschaft, die der persönlichen und fachlichen Unterweisung und Weiterbildung der teilnehmenden Mitglieder dient. Die Teilnahme an der Exkursion der Essener Gesellschaft für Geographie und Geologie e.V. geschieht auf eigenes Risiko.

Foto: Vilnius, David Iliff, CC-BY-SA 3.0