Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhrgebiets

Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhrgebiets

Grütter, Heinrich Theodor, Grebe, Stefanie (Hg.) Köln (Verlag der Buchhandlung Walther König) 2014, ISBN 978-3-86335-526-5 Anfang 1957 machten sich Heinrich Böll und der Kölner Fotograph Carl-Heinz Hargesheimer, der sich seit 1948 Chargesheimer nannte, zu einer Fotoreportage ins Ruhrgebiet auf, an deren Ende 1958 ihr gemeinsames legendäres Buch „Im Ruhrgebiet“ stand, das fotographisch einen neuen, subjektiven Blick auf das Ruhrgebiet warf, der klassische bzw. nachhaltige Bilder produzierte, und das wohl der am kontroversesten diskutierte Bildband über das Ruhrgebiet war. Diesem selbst antiquarisch kaum noch zu erhaltenden Buch und seinen aus- und eindrucksvollen Bildern widmet das Ruhrmuseum 2014 eine Ausstellung, die jedoch nicht nur die Aufnahmen zeigt, die Chargesheimer, zum Teil als Ausschnittvergrößerung und strukturell durchkomponiert, in sein Buch aufnahm, sondern auch solche, die den Weg nicht in die Veröffentlichung gefunden haben. Landschaft, Stadt, Arbeit, Freizeit, Wohnen und vor allem die Menschen sind die Hauptthemen, die die Komposition des Buches ausmachen, das das Ruhrgebiet zu einem Zeitpunkt zeigt, als die Kriegsschäden noch sichtbar waren, als der Wiederaufbau kaum die traditionelle Zerrissenheit der Landschaft aufgehoben hatte und als es angesichts des Wirtschaftswunders hingenommen wurde, das Landschaft weitgehend unter Industrie verschwand – ein Eindruck, den die damaligen Lokal- und Regionalpolitiker, wie Generationen nach ihnen, angestrengt zu verbessern suchten und daher gegen  „Im Ruhrgebiet“ vehement protestierten, allen voran der Essener Oberbürgermeister Wilhelm Nieswandt: „Die Ruhrgebietsstädte … sind es gründlich leid, von Außenseitern in einer Weise dargestellt zu werden, die nicht einmal mit der Realität der Gründerzeit übereinstimmt, geschweige denn mit der Gegenwart. Wir haben nicht die Absicht, derartige Veröffentlichungen unwidersprochen zu akzeptieren.“ Es geht also in und mit diesem Buch nicht nur um eine besondere Art des Fotografierens, sondern auch um Fremd- und Selbstwahrnehmung, um Realität und Image. Auch diesem Kontext geht der großformatige Band nach, der nicht nur Chargesheimers Bilder zeigt und die elf Kapitel von Bölls begleitenden Essay wiedergibt, sondern diese begleitet mit Kapiteln zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte sowie nicht zuletzt mit einer abschließenden Einordnung von „Im Ruhrgebiet“ in die über Jahrzehnte währende Sequenz von Bildbänden, die aus unterschiedlichsten Anlässen und in unterschiedlichster Manier über das Ruhrgebiet veröffentlicht wurden. Allen jenen, die die Ausstellung im Ruhrmuseum gesehen haben, und erst recht jenen, die sie verpasst haben, ist dieses Buch uneingeschränkt zu empfehlen.
Neue Rezensionen von Prof. Dr. H.-W. Wehling 2026

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Gerne möchten wir Sie auch auf eine Neuauflage der Publikation von Prof. Dr. Ulrich Schreiber hinweisen:

Die Flucht der Ameisen - Neuauflage

Wenn die Erde erbebt und der Rhein in Flammen steht, ist nichts mehr sicher.

Ein unheilvolles Zittern durchläuft den Rhein. Der erfahrene Geologe Gerhard Böhm bemerkt die Anzeichen zuerst: ungewöhnliche Bewegungen im Erdreich und das seltsame Verhalten der Waldameisen. Trotz des frühen Wintereinbruchs sind die Ameisen noch aktiv, und die Beben häufen sich. Steht ein Vulkanausbruch bevor? Und was hat die Befürchtung mit den Ameisen zu tun?

Böhm ist mehr als beunruhigt und sucht fieberhaft nach verbindlichen Indikatoren. Zu spät.

In der Silvesternacht geschieht das Unfassbare: Mit einer heftigen Eruption bricht zum ersten Mal nach über 10.000 Jahren in Deutschland ein Vulkan aus.

In Koblenz und den Orten am Mittelrhein herrscht Panik. Die eruptive Gewalt stürzt den Rhein ins Chaos, Lava versperrt den Fluss, und riesige Wassermassen drohen, Städte wie Mainz und Frankfurt zu überschwemmen. Die Lage scheint aussichtslos…

Prof. Ulrich C. Schreiber entwirft einen wissenschaftlich fundierten Geo-Thriller, in dem man hautnah miterlebt, wie brachiale Naturgewalten eine ganze Region verwüsten und den betroffenen Menschen die sicher geglaubte Lebensgrundlage entziehen. Der Bestseller »Die Flucht der Ameisen« verwebt wissenschaftliche Genauigkeit mit packender Spannung und führt die Leser an die Grenzen menschlicher Beherrschbarkeit gegenüber den gewaltigen Kräften der Natur.

Weitere Informationen: https://calderan.de/produkt/978-3-98600-027-1/