Verlöschendes Industriezeitalter.

Verlöschendes Industriezeitalter.

Ingrid Krau, Wallstein-Verlag, Göttingen 2018, 144 S., ISBN 9783835332553, € 14,90

Ingrid Krau gibt eine gedrängte Übersicht über den langen Strukturwandel des Ruhrgebiets, teilweise fokussiert auf Duisburg und Gelsenkirchen. Dabei berichtet sie über die Fehlentscheidungen der Großindustrien, die nur zögerlichen Ansätze eines wirtschaftlichen Wandels und eine Stadterneuerung, die retrospektiv als verfehlt oder schädlich angesehen wurde. Sie akzeptiert die neue Ästhetik der Industriekultur, hält jedoch das neue Marketing für falsch und folgt hinsichtlich der Landmarken auf den Halden eher dem üblichen Vorwurf der „Festivalisierung“. Ihre Einschätzung einer ähnelt der des Buches „Viel erreicht, wenig gewonnen“ von Bogumil u.a., ohne jedoch dessen analytische Qualität zu erreichen. Dort wie hier stehen die anhaltenden ökonomischen Schwächen und Fehlentwicklungen im Vordergrund, wohingegen die sozialen und ökologischen Leistungen des regionalen Strukturwandels eher kleingeredet und als letztlich nicht zielführend erachtet werden. Die durchgängig pessimistische Grundstimmung wird am Ende des Buches ein wenig aufgebrochen durch ein Plädoyer für eine breite Bildungsoffensive zur Förderung eines neue regionalen Humankapitals.