
Huszka, Viktoria: #ruhrgebiet. Visualisierungen einer Region im sozioökonomischen Kontext. Bonner Beiträge zur Alltagskulturforschung 14, Münster/New York (Waxmann) 2024, 308 S., ISBN 978-3-8309-4925-1; E-Book ISBN 978-3-8309-9925-6
Diese Dissertation beschäftigt sich mit der Frage, welche Visualisierungen (imaginaries) das Ruhrgebiet in seinem Strukturwandel in den sozialen Medien, im speziellen Fall auf Instagramm, erfährt; sie geht dabei von der These aus, dass dieser Strukturwandel und alle planerischen und medialen Bemühungen dem Ruhrgebiet noch keine eindeutige neue Identität gegeben haben. Intensiver untersucht die Verfasserin als voneinander unterscheidbare Bedeutungsarrangements die imaginaries des Ruhrgebiets als urbane Metropolregion, als kreative Wissensregion und als lebendige und grüne Freizeitregion. Wie und mit welchen Vorstellungen Akteure auf Instagramm diese imaginaries bedienen und ausgestalten, ist Gegenstand einer Reihe von qualitativen Interviews. Die Studie zeigt, wie sich zivilgesellschaftliche, administrativ-institutionelle und ökonomische Akteurinnen und Akteure zur Aufwertung der Region zusammenfinden und welche Vorstellungsbilder diese Gruppen produzieren. Diese sehr interessante, wenngleich in einigen Kapiteln etwas unstrukturierte Studie ist“ coronageschädigt“. Wie die Verfasserin einräumt, musste die Feldphase abgebrochen werden, sodass einige Fragestellungen offenblieben. Der insgesamt langen Bearbeitungszeit ist es auch geschuldet, dass – ungeachtet des Wertes der gezogenen Schlussfolgerungen - manche in den Interviews (von 2016 bis 2018) geäußerten Ansichten und Wertungen seltsam aus der Zeit gefallen erscheinen und wahrscheinlich heute (7-9 Jahre später) nicht mehr so geäußert würden.






