Bottrop – Kohlestadt – Innovation City – Klimastadt

Prof. Dr. Hans-Werner Wehling, Universität Duisburg-Essen

Historisch ist die kleinste kreisfreie Stadt des Ruhrgebiets durch den Bergbau entstanden und zeigt bis heue die Strukturen einer Bergbaustadt. Sie war Schauplatz der endgültigen Schließung des deutschen Steinkohlenbergbaus, ist davon aber nicht überrascht worden, sondern konnte über Jahrzehnte eine neue wirtschaftliche Struktur aufbauen, die jedoch keine nennenswerte Attraktion auf den Arbeitsmarkt ausübt. Die Innenstadt wurde im Stil der 1970er Jahre umgebaut, der Leerstand der Bauten aus dieser Zeit ist seit Jahren Ursache des Niedergangs der Innenstadt. Die Wahl zur Innovation City brachte Bottrop eine konzeptionelle Neuorientierung auf eine energetische Stadtentwicklung und davon ausgehend auf das Leitbild einer klimaresilienten Stadt. Trotz des Enthusiasmus, den diese Neuorientierung in Lokalpolitik, Stadtplanung und Stadtgesellschaft erzeugt hat, befindet sich Bottrop im Grenzbereich zwischen Münsterland und Ruhrgebiet gelegen und belastet mit massiven fiskalischen, funktionalen und städtebaulichen Problemen gegenwärtig in einem Schwebezustand zwischen industriellem Erbe und innovativer Vision. Der Entwicklung zu diesem Schwebezustand will der Vortrag nachgehen.

Foto: Bottrop, Tetraeder (Anil Öztas, 2022, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

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